Voraussetzung Maßstäbe

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Karte Schulbienenstände 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

  

 


 

 

 

 

  

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Lehr / Schulbienenstände und Vereinsbienenstände

Maßstäbe

Struktur – Funktion – Einstufung – Beurteilung

 

Arbeitshilfe für Vereine und als Grundlage der Förderbewilligung

für den Landesverband und Land Brandenburg

unter Berücksichtigung der brandenburgischen Richtlinien

zur Förderung und Verbesserung der Erzeugung und Vermarktung

von Honig in Brandenburg

Stand: März 2010

Vorbemerkungen

Die zwingende Notwendigkeit der Anwesenheit der Honigbiene im Gefüge und Gleichgewicht der Natur, der Ökologie, ist über jedem Zweifel erhaben. Daraus schöpft die Imkerschaft ihre ideelle Kraft und sozialpolitische Aufgabenstellung. Zwei Ziele sind es, die die Imkerinnen und Imker in unterschiedlicher Wichtung beflügeln und ihnen Beharrlichkeit verleihen:

  1. die Gewinnung von Brandenburgischen Honig in höchster Qualität;
  2. die flächendeckende Versorgung des Landes mit Honigbienen zur Bestäubung.

Imkerei ist eine von Wissenschaft und Forschung begleitete hochspezifische Arbeit, die professionelle Planung und fachmännisches Handeln erfordert. Insofern sind Ausbildung und ständige Weiterbildung als Grundlage zur Bewältigung von Konflikten bei der Pflege und Führung der Bienenvölker und als Garantie für Erfolg und Fortbestand notwendig.

Neben den Angeboten der Bieneninstitute, des Landesverbandes und der Fachliteratur sind funktionsfähige Lehrbienenstände als Orte der Bildung, des praktischen Handelns und des Austausches von Erfahrungen geeignet, in der Imkerschaft ein hohes Maß an Wissen und Können zu vermitteln. Es wäre wünschenswert, wenn es in Brandenburg ein für alle Imker ohne große Umstände erreichbares Netz an Lehrbienen-ständen und Vereinsbienenständen gäbe.

Ein Vereinsbienenstand, der am Schluss umschrieben wird, ist für die meisten Imkervereine ein durchaus zu leistendes Unterfangen. Dagegen sind die Qualitätsmaßstäbe für einen Lehrbienenstand hoch. Hier müssen Bedingungen erfüllt werden, die von den Verantwortlichen eines Vereins als Träger und den Mitgliedern ein enormes Maß an Einsatz, ehrenamtlicher Hilfe, finanzieller Unterstützung und Zuverlässigkeit auf Dauer verlangen. Schon in der Planung muss die Absicht fest verankert werden, dass ein Lehrbienenstand regelmäßig mit Leben erfüllt sein soll.

In unseren Landkreisen sollte mindestens ein Lehrbienenstand bestehen. Ein Jahresprogramm, das veröffentlicht werden muss, ist unabdingbar.

Folgende Fragen müssen zweifelsfrei beantwortet sein, bevor es los geht:

  • Eigentumsverhältnisse - Bestand und Betrieb müssen auf Jahre gesichert sein durch Besitzurkunden oder Verträge.
  • Baurecht - Planunterlagen und Baugenehmigung müssen vorhanden sein.
  • Kosten und Folgekosten - Geldquellen müssen auf Dauer bestehen; Sonder-Mitgliedsbeiträge, Sponsoren, versch. Einnahmen.
  • Gerätebetreuung - Ein Gerätewart muss zuverlässig Verantwortung für eigene und gelieh. Gegenstände übernehmen und den Einsatz gewährleisten.
  • Sachversicherung - Zumindest die vom LV geliehenen Ausstattungsgegenstände sind zum Neuwert zu versichern.
  • Unterhaltung und Pflege - Verpflichtung der Mitglieder (Arbeit oder Geld), Aufbewahrung und Sicherung wertvollen Inventars.
  • Organisation, Verwaltung - Wer plant, überwacht und ist verantwortlich für lfd. Unterhaltung, Veranstaltung, Abrechnung usw.?
  • Programm, Bildung - Sind eine oder mehr Personen da, die lehren können? Wer kann Kurse abhalten? Wer kann Besucher informativ führen? Auflistung!

 

I. Funktionen und Aufgaben des Lehrbienenstandes

A. Fachliche Bildung

  1. Stand mit ca. 3 Bienenvölkern
  2. Raum für Lehrgänge (z.B. Grundkurs Imkerei)
  3. Arbeitsplätze für praktische Übungen
  4. Möglichkeit für Medieneinsatz (Film, OH-Projektion, Video, Dias)
  5. Raum für Honigpflege (hygienische Bedingungen)
  6. Schautafeln, Dias, Fotos, Videos, Bücher, Fachzeitschrift

B. Allgemeine Bildung

    1. Führung für Erwachsene
    2. Biologieunterricht für Schulklassen
    3. Erlebnis-Angebot für Kindergärten
    4. Fortbildung für Lehrkräfte
    5. Beobachtung und Erkenntnisse am Schaukasten

 

C. Schulung – imkerliche Praxis

  1. Völker zum Arbeiten und Üben
  2. Werkzeuge zum Kennenlernen des Einsatzes
  3. Trainieren von Einzelschritten der Völkerpflege
  4. Studieren der biologischen Entwicklung der Völker
  5. Entscheidungshilfen für imkerliche Maßnahmen
  6. Beurteilung von Bienenvölkern
  7. Zuchttage,
  8. Umlarvtage

D. Werbung

  1. Vorführung imkerlicher Arbeit
  2. Tag der offenen Tür (z.B. Honigernte, ‚Tag der deutschen Imkerei')
  3. Präsentation von Bienenprodukten (Honig, Wachs, Kerzen, Propolis)
  4. Speisen und Getränke mit Honig (Probieren, Rezepte)

E. Imagearbeit

Einladungen an Einzelpersonen oder Gruppen, um die Rolle der Imkerei darzustellen mit dem Ziel, allgemeines Interesse und Fürsprecher zu gewinnen aber vorrangig auch neue Imkerinnen und Imker:

  1. Personen des öffentlichen Lebens (z.B. Politiker)
  2. Gärtner und Kleingärtner
  3. Landwirte
  4. Natur- u. Vogelschutzgruppen
  5. Förster und Jäger
  6. Hausfrauen und Landfrauen
  7. Feuerwehrmitglieder
  8. Schulkollegien
  9. Schülergruppen
  10. Ferienspielgruppen

II. Technische Einrichtung eines Lehrbienenstandes

  1. Raum mit Sitzmöglichkeiten für ca. 10-15 Personen (evtl. mit Tischplätzen)
  2. Blickwinkel zu Leinwand u. Videogerät muss für alle gut sein
  3. Verdunklungseinrichtung
  4. Wandtafel
  5. Flip-Chart, Pinnwand
  6. Stauraum ( Schränke mit Frontverglasung) für Lehrmittel
  7. Regale Schulungsmaterialien zB. Bücher, Filme, 3D-Modelle, Dauerpräparate usw.
  8. Mikroskop
  9. Stromversorgung notwendig (möglichst kein Aggregat)
  10. Heizung - wünschenswert zur Nutzung in kühlen Monaten (ggf. forstl. Genehmig.)
  11. Kochgelegenheit wünschenswert (Teeküche)
  12. Handwaschgelegenheit
  13. Toilette – möglichst getrennt
  14. Erste-Hilfe-Kasten, Alkohol 96% geg. Bienenstiche
  15. Parkplätze; ausreichend in max. 300 m Entfernung

III. Imkerliche Einrichtung eines Lehrbienenstandes

  1. Bienenvölker - mindestens 3 Stück, besser 5, oder 1 je Schüler
    a) Völker innen - Magazine, Ober- und/oder Hinterbehandlungsbeuten – evtl.
    und/oder Trennwand aus Fliegendraht
    b) Völker außen - Freistand für Magazine und ggf. Lagerbeuten
  2. Schaukasten mit Waben im Standmaß
  3. Ablegerkasten (Schröpf- und Feglingskasten)
  4. Schwarmfangkasten
  5. Oberlicht (Dachfenster im Bienenraum), - Normfenster f. Lehrraum
  6. Stockwaage
  7. Gesicherte Fluglochbeobachtung (Fenster oder Sperrwand mit Scheiben)
  8. Arbeitstisch(e)
  9. Geräte mehrfach (Stockmeißel, Federn, Besen, Rauchboy, Smoker, Pfeife u.a. ...)
  10.  Imkerhemden u. Falthüte mit Schleier – mehrfach
  11. Handschuhe – evtl.
  12. Refraktometer
  13. Entdecklungsgeschirr mit Gabel, großer Löffel
  14. Honigschleuder (4-Wabenschleuder, Edelstahl)
  15. Siebe (3-fach: grob – mittel – fein), Honigauffangbehälter
  16. Honigstampfer ‚Auf und Ab'
  17. Honigabfüllgefäß (Hobbock mit Quetschhahn)
  18. Waage für Honiggläser
  19. Sonnenwachsschmelzer
  20. Dampfwachsschmelzer
  21. Gasbrenner
  22. Mittelwandgussform
  23. Rähmchenlocher
  24. Wabenlöt-Trafo
  25. Hammer. Zange, Feinsäge u.a.

 

IV. Zertifizierung

  1. Der Landesverband Brandenburgischer Imker e.V. überprüft die Berechtigung zur Führung der Bezeichnung ‚Lehrbienenstand'.
  2. Der LV wird auf Antrag die Anerkennung aussprechen - ‚Zertifikat für den Lehrbienenstand im LV' - wenn die vorgenannten Bedingungen erfüllt sind.
  3. Die Jahresprogramme eines Lehrbienenstandes sind dem LV vorzulegen.
  4. Nach längstens fünf Jahren wird die Anerkennung überprüft.

Das Zertifikat kann aberkannt werden. Der LV entscheidet in diesem Falle über die weitere Verwendung seines verliehenen Eigentums

 

   »» Downloads PDF